Wildbienen - kleine Tiere, große Wirkung

Was sind Wildbienen?
Wildbienen sind keine einzelne Art, sondern eine riesige Gruppe: Weltweit gibt es über 20.000 Arten, allein in Deutschland leben rund 560 Arten – von der winzigen Zwergbiene (6 mm) bis zur riesigen Blauschwarzen Holzbiene (30 mm). Zur Gruppe gehören Sandbienen, Mauerbienen, Hummeln, Blattschneiderbienen und viele mehr. Fast alle leben als Einzelgänger – nur Hummeln bilden Völker.
Warum sind sie so wichtig?
Wildbienen sind die wichtigsten Bestäuber unserer Ökosysteme. Sie bestäuben Wild- und Nutzpflanzen. Studien zeigen: In vier von fünf Jahren sichern Wildbienen die Obsterträge. Manche Arten, wie die Rote Mauerbiene, sorgen dafür, dass Erdbeeren schwerer, röter und haltbarer werden.
Wie leben sie?
Die meisten Wildbienen sind Einzelgängerinnen: Jedes Weibchen baut sein eigenes Nest, sammelt selbst Pollen und Nektar und legt ihre Eier allein ab. Je nach Art nisten sie im Boden, in Holz, in Schneckenhäusern, Hohlräumen oder selbst gebauten Wollnestern. Die meisten Arten fliegen nur wenige Wochen im Jahr.
Sind sie gefährlich?
Nein! Wildbienen sind sehr friedlich. Da sie kein großes Volk verteidigen müssen, stechen sie so gut wie nie. Man kann sie bedenkenlos beobachten.
Wie geht es ihnen?
Nicht gut. In Deutschland gilt etwa die Hälfte aller Wildbienenarten als gefährdet oder bereits ausgestorben. Die größten Bedrohungen sind Lebensraumverlust, der Einsatz von Pestiziden, intensive Landwirtschaft und das Verschwinden von Wildblumen.
Was kann ich tun?
- Heimische Wildblumen und Sträucher pflanzen
- Offene Bodenstellen und Totholz im Garten lassen
- Nisthilfen aufhängen (verschiedene Durchmesser: 2–9 mm)
- Auf Pestizide verzichten
- Auch „unordentliche" Ecken im Garten dulden
Quellen
- Westrich, P. (2018): Die Wildbienen Deutschlands. Ulmer Verlag – das Standardwerk zum Thema
- BUND & NABU – aktuelle Verbreitungs- und Gefährdungsdaten (Stand Mai 2026)
- Rote Liste der Bienen Deutschlands (2011) – herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (BfN)
- Hallmann et al. (2017): Studie zum Insektenrückgang in Deutschland (PLOS ONE)
- Garibaldi et al. (2013): Studie zur Bedeutung von Wildbienen für die Bestäubung (Science)








Danksagung
Wir danken Patricia Fuchs für die Aufbereitung der Wildbienenprofile sowie Paul Westrich für die kostenlose Bereitstellung seiner Bilder und sein Lebenswerk Die Wildbienen Deutschlands, das ein detailliertes Eintauchen in die Welt der Wildbienen ermöglicht.



