Zur Startseite

Termine

  • Home  › 
  • Aktuelle Meldungen

Finale ohne Grenzen! Zukunftsgrün

Städtisches Grün macht glücklich und klimafit: 
Erste Verleihung der „Grünen Holda“
Die Abschlussveranstaltung von Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün in Hohenems war ein voller Erfolg!

25.09.2026

Drei Länder, 13 Gemeinden, ein Gewinn: Im „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ haben Städte und Gemeinden um die gelungene Klimaanpassung von Siedlungen mithilfe von mehr und besserem Grün gewetteifert. Gewinner sind alle Bürgerinnen und Bürger.

Grün macht glücklich, friedlich, hilft beim Denken, fördert das soziale Miteinander, kühlt. Dr. Elisabeth Oberzaucher, die als Verhaltensbiologin an der Universität Wien forscht und lehrt, bestätigte bei der „Siegerehrung“ des „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ aus Sicht der Wissenschaft, wovon 13 Gemeinden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz schon überzeugt sind. Sie haben den vergangenen drei Jahren im spielerischen Wettbewerb miteinander um die besten Ideen für kommunale Klimaanpassung mit Hilfe von mehr und besserem Grün gerungen.

Die Vorarlberger Mitspieler haben dabei besonders gepunktet: Hohenems erreichte die höchstmögliche Punktzahl 180 und sicherte sich damit den ersten Platz. Mit auf das Siegertreppchen stieg die Gemeinde Rankweil mit 155 Punkten. Platz drei teilen sich Romanshorn (Schweiz, Kanton Thurgau) und Friedrichshafen (Deutschland/Baden-Württemberg). 

Gewonnen haben alle Bürgerinnen und Bürger

„Wir haben zusammen extrem viel gewonnen – und allen vorweg alle Bürgerinnen und Bürger“, betonte Katrin Löning von der pulswerk GmbH. Ein fünfköpfiges rund um die pulswerk GmbH und der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) hatte das Spiel mit viel Fachwissen und Engagement geleitet und die Gemeinden kontinuierlich begleitet. 

Ziel war, dass die mitspielenden Gemeinden Klimaanpassung, Klimaschutz und Biodiversität zusammen denken und hierzu konkrete Maßnahmen vor Ort umsetzen. Im Mittelpunkt stand der fachliche und grenzüberschreitende Austausch, das voneinander Lernen über die kommunalen und Ländergrenzen hinweg, aber auch die Förderung des Austauschs zwischen Behörden in den jeweiligen Gemeinden und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. „Das Thema naturbasierte Lösungen für den Klimawandel ist in vielen Städten und Gemeinden angekommen. Ob Schwammstadt, Grünwände oder klimafitte Stadtwälder – es wird viel experimentiert und es werden neue Wege gegangen“, hob Dr. Stephan Brenneisen (ZHAW) bei der Siegerehrung hervor. Eine knapp 60-seitige Broschüre, die zum Spielabschluss die Vielzahl und Vielfalt der umgesetzten Lösungen vorstellt, bescheinigt dies.

Bewertet wurden die Aktivitäten der Gemeinden anhand eines eigens entwickelten 3³-Kriterien-katalogs. Die wissenschaftlich fundierten Kriterien verbanden die drei Handlungsfelder Soziales, Klimawandelanpassung und Biodiversität mit jeweils drei Themen. Im Bereich Klimaanpassung waren dies beispielsweise Boden, Wasser und Luft. Wie die Gemeinden diese Themen bearbeiteten, blieb ihnen selbst überlassen. Entsprechend groß ist die Bandbreite. 

Einige Beispiele: Die Marktgemeinde Lauterach sensibilisierte die Bevölkerung mit einem Entsiegelungsworkshop für wasserdurchlässige, grüne Grundstücke (Boden). Memmingen konnte Geschäfte und Gastronomiebetriebe für Gießpatenschaften gewinnen (Wasser). Baindt gestaltete mit Beteiligung von mehr als 250 Bürgern einen neuen, grünen Begegnungsort mit einem offen gelegten Bach und der Anpflanzung von 70 Bäumen (Luft).

Ziel des Spiels war es auch, das Engagement der Gemeinden in der Bürgerschaft und darüber hinaus sichtbar zu machen. Ein virtuelles Spielbrett, die Spielwiese auf der Projektwebseite, erzählt von Projekten, mit denen die Mitspieler Punkte sammeln konnten, um die erste „Grüne Holda“ zu ergattern (https://zukunftsgruenspiel.info/spielwiese).

Bürgermeister: „Mehr Lebensqualität für uns alle“

„Einem Großteil der Menschen ist bewusst, dass der Klimawandel uns alle fordern wird“, sagte Dieter Egger, Bürgermeister der Gewinnergemeinde Hohenems bei der Preisverleihung. Sein Tipp für die erfolgreiche Umsetzung von Veränderungen: Nicht moralisieren, sondern begeistern. Verbesserungen müssten erlebbar und sichtbar werden. Dann werde deutlich, dass sich „Ökonomie und Ökologie wunderbar ergänzen“. Das Ergebnis: „Mehr Lebensqualität für uns alle.“

Die Dringlichkeit wie auch die Fähigkeiten zu Veränderungen hob Sven Schulz hervor: „Der dramatische Biodiversitätsverlust beschleunigt den Klimawandel. Umgekehrt hilft uns ein Mehr an Biodiversität in der Anpassung an den Klimawandel“, betonte Schulz, Programmleiter bei der Bodensee-Stiftung. Die Organisation mit Sitz in Radolfzell leitet das Interreg-Projekt „Zukunftsgrün“, das neben dem „Spiel ohne Grenzen! Zukunftsgrün“ noch viele weitere Maßnahmen entwickelt und umgesetzt hat, um Klimaanpassung – und -schutz im Siedlungsbereich mittels mehr Biodiversität zu fördern. Die Siegerehrung war gleichzeitig Abschlussveranstaltung des gesamten Projekts.

„Schaffe, schaffe, Häusle begrünen“

„Zukunftsgrün ist keine Farbe, sondern eine Haltung“, brachte es Magdalena Fink auf den Punkt. Sie bearbeitet in der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz im Amt der Vorarlberger Landesregierung das Thema Naturschutz im Siedlungsraum. Konsequent passte sie eine die Region charakterisierende Redewendung den aktuellen Herausforderungen entsprechend an: „Heute heißt es: ‚Schaffe, schaffe, Häusle begrünen“. 

Wie das konkret aussehen kann, zeigen die Ergebnisse des Projekts: Fassaden und Dächer lassen sich begrünen, Parkplätze entsiegeln und naturnah gestalten, private Gärten ökologisch aufwerten. Naturbasierte Lösungen sind auf Privatgrundstücken ebenso vielfältig wie auf Firmengeländen und in Gemeinden. Für alle hat das Projekt „Zukunftsgrün“ Impulse gegeben, Orientierungshilfen erarbeitet und Know-how vermittelt. So steht nun mit dem „Quick Check zur Klimawandelanpassung“ Unternehmen ein einfach anwendbares Instrument zur Verfügung, mit dem sie die Vulnerabilität ihres Standortes gegenüber Klimarisiken einschätzen können. Baubook hat für das gleichnamige Webportal qualitätsgesicherte Ökobilanzdaten für Dachbegrünungsprodukte veröffentlicht. Das Naturerlebniszentrum Allgäu und die Bodensee-Stiftung haben Bürgerinnen und Bürger für die Bedeutung von Stadtbäumen sensibilisiert. Sie haben Ehrenamtliche zu Blühbotschaftern ausgebildet und sie zum Thema Klimawandelanpassung weitergebildet. Das Energieinstitut Vorarlberg hat Hilfestellungen für Immobilienbesitzer rund um die Bauwerksbegrünung erarbeitet – vom kompakten Handout bis zum Kurzvideo. 

Daniel Ballmer, als Schweizer Umwelt-Politikwissenschaftler ebenfalls Redner bei der Siegerehrung, hob insbesondere die verbindende Wirkung des Projekts hervor, über Landes- und kommunale Grenzen hinweg – und über den eigenen Gartenzaun hinaus: „Gemeinsam etwas zu bewirken, ist mit das Tollste, was man erleben kann.“ Davon können sich Städte und Gemeinden, die in der ersten Spielrunde noch nicht dabei waren, überzeugen. Die Aufstellung zur zweiten Spielrunde läuft. Interessierte sind schon jetzt zum Training willkommen.

Weitere Informationen unter https://zukunftsgruenspiel.info/

Eine Broschüre stellt die umgesetzten Maßnahmen aus den Gemeinden vor. Download: https://zukunftsgruenspiel.info/perch/resources/spiel-ohne-grenzenabschlussbroschure-finalweb.pdf

Diese 13 Gemeinden haben mitgespielt:

Schweiz: Arbon, Romanshorn

Deutschland: Baienfurt, Baindt, Berg, Friedrichshafen, Lindau, Memmingen, Weingarten

Österreich: Hohenems, Koblach, Lauterach, Rankweil

Anpfiff zur nächsten Spielrunde

Interessierte Kommunen sind zur nächsten Spielrunde eingeladen: Unter dem Motto "Spiel - Satz - Grün!" können 20 Städte, Gemeinden und kommunale Gemeinschaften vom Projekt profitieren - mit umfangreichen Wissenspaketen von Umsetzung bis Förderung, mit Workshops, Exkursionen und Austauschmöglichkeiten. Sie sind eingeladen, Maßnahmen für mehr Klimaanpassung und Biodiversität zu entwickeln: abgestimmt auf ihre individuellen Möglichkeiten, aber vergleichbar durch gemeinsame Spielregeln und Kriterien – zum Gewinn für Bevölkerung und Natur. Interessierte sind können sich für weitere Informationen an die Bodensee-Stiftung wenden (Mia Glammeier, mia.glammeier@bodensee-stiftung.org)