Naturerlebniszentrum trainiert Klimabotschafter

Über 50 Schülerinnen und Schüler des Kemptner Hildegardis-Gymnasiums wurden bei einem dreitägigen Aufenthalt in Seifriedsberg für ihre Aufgabe als „Klimabotschafter“ vorbereitet. Das NEZ war mit einen Klimaschutzworkshop beteiligt und startete damit sein neues Projekt „Botschafter für ein gutes Klima“.

Quelle: Gerd Altmann, pixabay

30.01.2020

Im Workshop lernten die Schülerinnen und Schüler bei einem Planspiel anschaulich, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit begrenzten Ressourcen ist. Bei engagierten Diskussionen wurden Analogien des Planspiels zur realen Welt erarbeitet und dabei festgestellt, dass sich ein wirksamer Klimaschutz auch dann für alle lohnt, wenn beispielsweise die USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aussteigt. Besonderen Wert legte das NEZ beim Workshop darauf, mit den Jugendlichen konkrete Handlungs- und Einflussmöglichkeiten für Klimaschutz und nachhaltiges Leben zu erarbeiten und
zu diskutieren. So ermittelten die Schüler ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck und überlegten sich, wie sie ihren Fußabdruck weiter verkleinern können. So waren sich die jungen Klimabotschafter einig, dass beispielsweise Klassenreisen per Flugzeug nicht mehr vertretbar sind. Weitgehendes
Einvernehmen bestand allerdings auch darin, dass die Politik die Weichen deutlich stärker in Richtung Klimaschutz stellen muss, um der Klimakatastrophe wirksam zu begegnen. Hierfür wollen sich die Schüler auch außerhalb der Schule weiterhin einsetzen.
Aufgabe der Klimabotschafter ist es insbesondere, in ihren Klassen und in ihrem direkten persönlichen Umfeld für Klimaschutz zu sensibilisieren. Dabei stoßen sie öfter auch auf Desinteresse, Ablehnung oder gar vehemente Klimaleugner. Mit einem Argumentationstraining wurden sie für solche Situationen gestärkt und lernten wirksame Strategien kennen, um Menschen für ihre Ziele zu gewinnen.
„Wir sind völlig beeindruckt vom Engagement und dem enormen Wissen der Schüler“, so der NEZ-Geschäftsführer Andreas Güthler nach dem Workshop. „Am Wissen der jungen Klimabotschafter und dem Willen, wirklich etwas zu bewegen, könnten sich die meisten Erwachsenen ein Beispiel nehmen.“ So waren auch die Rückmeldungen der Schüler auf den Workshop sehr positiv.
„Das Ganze hat super Spaß gemacht und uns viel Energie gegeben. Nur viele Inhalte aus dem Vortrag wussten wir schon vorher“, gab die 17-jährige Clara als Rückmeldung.
Das Hildegardis-Gymnasium wurde 2018 als erste süddeutsche Schule als „Klimaschule“ ausgezeichnet. Dafür wurde ein systematischer Plan zur Reduzierung der eigenen Treibhausgase ausgearbeitet. Ziel der Schule ist es, bis 2026 treibhausgasneutral zu werden und dabei die Schülerinnen und Schüler intensiv einzubeziehen.
Im Rahmen des neuen NEZ-Projekts will das Naturerlebniszentrum gemeinsam mit dem Energie- und Umweltzentrum Allgäu weitere Schulen motivieren, sich zur Klimaschule zu entwickeln. Zudem sollen auch erwachsene Klimabotschafter ausgebildet werden, die sich in ihrem Umfeld oder ihrer Kommune für wirksamen Klimaschutz engagieren.